Platzmangel und Zeitdruck: Das waren die Hauptgründe für die Entscheidung zum Modulbau. Einer der führenden Hersteller von Kunststoffadditiven baut modular. Im Interview erzählt Philipp Barenkamp, Projektingenieur am Baerlocher Hauptstandort Lingen, von dem Projekt.

Ein modulares Bürogebäude

Mehr Büroarbeitsplätze, mehr Konferenzräume, etwas das flexibel, schnell und vorzeigefähig ist.

„Konkret ging es bei uns um den Platzmangel. Unsere Konferenzräume sind ständig belegt und in unseren Büros fehlen einfach Arbeitsplätze.“ – Philipp Barenkamp

Baerlocher wächst – die Firma bringt eine beinahe 200 Jahre alte Firmengeschichte mit sich. Der Hauptproduktionsstandort Lingen produziert verschiedene Kunststoffadditive, die weltweit bei der Herstellung von Kunststoffrohren, Kabelummantelungen und Fensterprofilen eingesetzt werden.

Baerlocher ist weltweit tätig und auf jedem Kontinent mit mindestens einem Standort vertreten. Die Produkte des Unternehmens geben Alltagsgegenständen aus Kunststoff ihre Eigenschaften wie z. B. Farbe, Flexibilität, UV-Beständigkeit und Dichte.

Barenkamp erzählt, wie die Suche nach der richtigen Lösung begann. Wie bei vielen Bauherren, die schnell ein günstiges und flexibles Gebäude benötigen, stand zuerst eine Containerlösung im Raum. Das Problem ist, dass unter Zeitdruck ein optisch ansprechendes Gebäude errichtet werden musste. Auf dem Baerlocher Gelände in Lingen ist ständig Kundenverkehr, da passen Büros im Containerstil nicht ins Bild. Ein Modulbau in Holzrahmenbauweise mit ansprechender Fassade ist jedoch ein Blickfang.

„Containerbau kam für uns nicht in Frage, da wir hier in Lingen ständig Kundenverkehr haben. Außerdem wollten wir etwas Beständiges für die Zukunft mit Option zur Aufstockung. Genau das hat uns der Modulbau geboten.“ – Philipp Barenkamp

In der Raumgestaltung ist man zudem flexibler als mit einem Containerbau. Die Flexibilität und die Schnelligkeit des Modulbaus haben dann überzeugt.

Das geplante Gebäude ist zum Zeitpunkt dieses Interviews noch in der Bauphase, es soll aber in den nächsten vier Wochen fertiggestellt werden. Die Bauphase beträgt insgesamt nur 12 Wochen. Schneller würde es mit einem Containerbau auch nicht gehen.

Doch was ist mit … ?

Bedenken gab es schon: Genau wie bei einem Containerbau stellt man sich Fragen. Wie lange hält das Gebäude? Wie fühlt sich der Raum von innen an? Werden unsere Mitarbeiter das Gebäude in Modulbauweise annehmen?

Die Schnelligkeit bei einem Modulbau beruht auf einem Planungsraster, durch das immer wiederkehrende Arbeiten in der Montagehalle durchgeführt werde können. Oftmals werden mit Modulbau triste Containerlandschaften verbunden, diese sind aber nicht mit Modulbau zu vergleichen. Obwohl sie ebenfalls modular aufgebaut werden, sind Wertigkeit, Rasterplanung, Flexibilität, Langlebigkeit und Raumgefühl grundlegend anders.

Modulbau, speziell ein Holzmodulbau, ist sehr flexibel. Es lassen sich leicht mehrere Module zu einem Raum zusammenfügen, auch Jahre nach der ersten Fertigstellung. Dadurch, dass man keine tragenden Innenwände hat, ist ein Durchbruch leicht zu bewerkstelligen. Sollte sich die vorgesehene Nutzung in den nächsten Jahren ändern, kann das Gebäude leicht verändert oder sogar abgebaut und an einem neuen Platz wieder aufgebaut werden.

Die fertigen Module werden per LKW angeliefert, nach und nach mit einem Kran aufgestellt und anschließend verkleidetet. Der Innenraum ist geprägt durch die Wärme und Natürlichkeit von Holz, die Außenwand werden individuell so angefertigt, wie man will. Das ist Modulbau.

„Bei den ersten Beratungsgesprächen wurden uns viele Fragen beantwortet und Bedenken genommen. Auf uns haben die Holzmodule in der Produktion einen sehr guten Eindruck gemacht, das macht schon etwas her. Nach der ersten Angebotsanfrage haben wir direkt eine vernünftige Zeichnung zurückbekommen – wo auch schon nach unseren Wünschen gearbeitet wurde. So konnte man sich das Gebäude sehr gut vorstellen.“ – Philipp Barenkamp

Barenkamp erklärte, dass auch wenn Containerbauten so gebaut werden, dass diese schön aussehen, merke man immer noch, dass man in einem Container sitze. Über eine Internetrecherche fand er dann einen Modulbauer vor Ort in Lingen. Nach der ersten Angebotsanfrage gab es direkt eine konkrete Zeichnung, die nach Baerlochers Wünschen erarbeitet wurde.

Das von Baerlocher in Auftrag gegebene Bürogebäude bietet mehrere Büroarbeitsplätze und zwei Konferenzräume. Der Modulbau wurde so geplant, dass eine Erweiterung durch eine zweite Etage jederzeit möglich ist.

Geplant wurde das Gebäude von Carsten Ripperda, Leiter des auf Modulbau spezialisierten Planungsbüros Ripperda in Langen. In Zusammenarbeit mit dem Modulbauer SH Holz und Modulbau wurde das Gebäude Ende 2018 fertiggestellt.